Von der Hauptschule zum Arztberuf: Warum Leitbilder entscheidend sind

Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, wie ich es als Ausländer, der mit 11 Jahren nach Deutschland einreiste, in Problemvierteln aufwuchs und zunächst eine Hauptschule besuchte, es schaffen konnte Arzt zu werden und sich sogar wissenschaftlich zu betätigen.
Ganz sicher gibt es hierfür mehr als nur eine Ursache, über einige habe ich bereits in einem kürzlich publiziertem Video gesprochen. Doch eine Ursache sticht in meinen Augen besonders hervor: Ich hatte mir Vorbilder gesucht, an denen ich mich orientierte. Das bedeutet: Nachdem ich zufällig in das Thema Medizin reinstolperte, weil ich beim Roten Kreuz vorbeischaute, suchte ich mir Menschen im selben Gebiet, zu denen ich aufschaute und ich zerlegte deren Karriereweg. Ich schaute mir also so genau wie möglich an, wie sie dorthin gelangt sind, wo ich erst noch hin wollte. Das erlaubte mir folgendes zu tun:

  1. Es gab mir das Gefühl, dass es möglich war meine Ziele zu erreichen. Hierzu suchte ich mir gerne Ärzte mit Migrationshintergrund aus, um mich an ihnen zu orientieren.
  2. Es ermöglichte mir einen Leitfaden zu erarbeiten, an dem ich mich orientieren konnte. Das bedeutet: Ich schaute mir genau an, welche Stationen ich durchlaufen musste, um mein Ziel zu verwirklichen. Ich erarbeitet mir, wie meine Vorbilder zum Arztberuf gelangt waren und erstellte mir darauf aufbauend meinen eigenen Plan, an dem ich ablesen konnte, was der nächste kleine Schritt sein musste, um langfristig zu meinem Endziel zu gelangen. Um beispielsweise meine Noten in Mathe zu verbessern, holte ich mir ein *Übungsbuch und arbeitete es mehrfach durch.
  3. Es ermöglichte mir eine Liste an Fähigkeiten zu erstellen, die ich erwerben musste, um eines Tages ein wirklich guter Arzt/ Wissenschaftler zu werden. Hier half es mir sehr, mich beim Bayerischen Roten Kreuz als Sanitäter zu engagieren. Um zusätzlich Verantwortung übernehmen zu lernen, abreitet ich mich im Easy Credit Stadion bei der Firma Aramark hoch, bis ich zunächst einen eigenen Getränketrailer mit einem Mitarbeiter und später einen Kiosk mit über 20 Mitarbeitern führen durfte.

An sich ist das alles keine überraschende Erkenntnis und man sieht tagtäglich Beispiele für diese Art von Vorgehen. Dazu muss man sich nur Ärzte aus einem Ärztehaushalt anschauen oder auch Unternehmer, deren Eltern ebenfalls ein erfolgreiches Business führen. Diese Menschen haben oft bereits in ihren jungen Jahren ein entsprechendes Mindset von den Eltern vermittelt bekommen und hatten Leitfiguren in ihrem Leben, an denen sie sich orientieren konnten, um ihre Fähigkeiten gezielt entfalten zu können. Das ist eines der Gründe, weshalb man das Gefühl bekommen könnte, dass Kinder von erfolgreichen Eltern Überflieger seien. In meinen Augen spielt hier das Geld nur eine sekundäre Rolle, an erster Stelle steht hingegen das Vermitteln von Fähigkeiten und die Rolle als Leitfigur, die den Kindern im Verlauf hilft, ebenfalls in einem bestimmten Feld sehr erfolgreich zu werden.

Auch wenn aus den genannten Gründen das Elternhaus definitiv eine Rolle spielt, wenn man sich über den beruflichen Erfolg unterhält, so bin ich überzeugt, dass man sich auch außerhalb des Elternhauses Vorbilder suchen kann, die einen zum gewünschten Erfolg leiten können. Das ist das, was ich gemacht habe und die Geschichte zeigt, dass auch andere wirklich erfolgreiche und berühmte Persönlichkeiten diese Strategie beherzigt haben. So war der Vater von Arnold Schwarzenegger Offizier, der ihm zwar Disziplin vermittelte, aber keinesfalls als Leitfigur für seine spätere berufliche Karriere als Bodybuilder, Schauspieler und Politiker diente. Hier spielte zunächst vor allem Reg Park, ein Bodybuilder britischer Abstammung, der den Titel des Mister Universum erlangte und im Verlauf Schauspieler wurde eine entscheidende Rolle. Schwarzenegger beschreibt in seiner *Autobiographie eindrücklich, wie er als Jugendlicher penibel den Werdegang von Park analysierte, um eines Tages sein Ziel zu verwirklichen, in die USA auszuwandern und Schauspieler zu werden.

Reg Park mit Arnold Schwarzenegger

Stammt man also nicht aus einem „privilegierten“ Haushalt oder möchte man einen beruflichen Werdegang einschlagen, bei dem einen niemand aus dem familiären Umfeld leiten kann, so kann es hilfreich sein sich externe Vorbilder zu suchen, an denen man sich orientiert. Diesen Weg bin ich gegangen, um Arzt zu werden und ich wende diesen „Hack“ auch aktuell an, um mich wissenschaftlich fortzubilden.

Cheers Mischa

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